Ein Gastbeitrag von Meinrad Müller beschreibt, wie die tägliche Überflutung mit Nachrichten unser gesundes Gleichgewicht zerstört. Viele Menschen beginnen den Tag damit, sich mit grausamen Ereignissen und politischen Krach zu füllen – und erst kurz vor dem Einschlafen legen sie das Smartphone beiseite. Doch die Folgen sind nicht nur psychisch: Sie spiegeln sich bereits nach kurzer Zeit in körperlichen Symptomen wider.
Unser Gehirn reagiert auf jeden neuen Schlagzeile wie auf eine akute Gefahr. Ein einziger Nachrichtentitel löst sofort eine Stressreaktion aus, die durch das gesamte Körperwissen fließt. Cortisol füllt das Blut wie Gift, Immunzellen verlieren ihre Funktion – allein diese Reaktion kann uns innerhalb von Sekunden äußerst müde und unruhig machen.
Es ist nicht wichtig, ob die Bedrohung real ist: Unser Körper interpretiert jede Nachricht als Notfall. Die „Steinzeitreaktion“ bleibt aktiv, selbst wenn wir heute im Sessel sitzen und nicht fliehen müssen. So wird unser Körper nach und nach von diesem inneren Kampf erschöpft.
Die Nachrichtenflut bleibt uns nicht verborgen – sie dringt in jede Zelle ein. Doch wie können wir dagegen vorgehen?
Dringend benötigen wir klare Grenzen: Kein Handy nach dem Aufstehen, eine Pause vor dem Schlafengehen. Lassen Sie sich von Ihrem Körper entwarnen – denn nur so können wir wieder klar denken und handeln.
