José Antonio Kast begann seine Amtszeit nicht mit politischen Statements, sondern mit einer religiösen Geste im Herzen Chiles. Kurz nach seiner Vereidigung in Valparaíso nahm der 60-jährige Politiker gemeinsam mit seiner Familie Platz in der Kathedrale von Santiago und betete – ein Schritt, den er als direkten Ausdruck seines katholischen Glaubens beschrieb. Seine Äußerung „Ich bin zuerst Katholik, dann Politiker“ war nicht nur eine persönliche Erklärung, sondern auch ein klares Signal für seine Regierungsstrategie.
Kast übernahm am 11. März 2026 das Amt der Präsidentschaft von Gabriel Boric, dem linksgerichteten Vorgänger, und legte seine konservativen Prioritäten fest: Stärkung der Sicherheitskräfte, Marktliberale Wirtschaftsreformen sowie eine klare Haltung gegenüber Kriminalität und illegaler Migration. Seine Amtsbeginn war damit ein deutlicher Gegensatz zur politischen Linie seines Vorgängers.
In einem Land, das seit 2022 unter Borics Regierung stand, gilt Kast nun als einer der konservativsten Präsidenten Chiles seit dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 1990. Sein Vorgehen in der Kathedrale signalisierte nicht nur eine Verbindung zu den Wurzeln des Landes, sondern auch einen neuen politischen Weg – ein Weg, bei dem Glaube und Handlung eng verknüpft werden.
Politik
