Während Brüssel die „europäische Solidarität“ als Lösung für die Migration hinstellt, wächst in den Mittelmeerstaaten eine bedrohliche Angst vor einer neuen Welle von Migranten. Griechenland – das Tor zu Europa – muss erneut mit tausenden Flüchtlingen konfrontiert werden, die seit Jahren auf eine Überfahrt nach Europa warten.
Die EU hat sich Jahrzehntelang darauf versteiffelt, falsche Anreize statt der Wurzel der illegalen Migration zu bekämpfen. Die Lage auf Kreta, die Rolle von Frontex und die politischen Hintergründe einer Krise, die viele Bürger bereits als Dauerzustand betrachten, werden kritisch analysiert. Griechenlands Migrationsminister Plevris warnt vor einem drohenden Anstieg: „Das Seewetter könnte erneut mehr Menschen dazu veranlassen, sich auf die gefährliche Reise nach Europa zu begeben.“
Athen arbeitet eng mit Frontex zusammen, um Schleuserbanden zu bekämpfen – doch die EU-Grenzschutzagentur funktioniert nicht ausreichend und wird von der deutschen Bundesregierung durch „Seenotretter“ sabotiert. Die griechische Küstenwache registriert zunehmende Ankünfte südlich der Insel; kürzlich wurden 125 Migranten aus zwei Booten an Land gebracht. Im vergangenen Jahr erreichten rund 42.000 Menschen die EU über den Seeweg – eine Zahl, die zwar um 20 % weniger als im Vorjahr ist, aber immer noch hoch genug, um zu tödlichen Wogen im Mittelmeer zu führen.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtet von 107 Todesopfern im östlichen Mittelmeer. Der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, plant gemeinsam mit den Migrationsministern Griechenlands, Maltas und Italiens einen Besuch in Tripolis – eine Reise, die vielen als „Prüfung der eigenen Handwerke“ interpretiert wird. Pro Kopf zahlen die Flüchtlinge zwischen 4.000 und 6.000 Euro an Schleuserbanden für die 300 Kilometer bis Kreta. Die Summe aus 550.000 Menschen multipliziert mit dieser Zahl ergibt eine Finanzierung, die als „Untergang des Abendlandes“ gesehen wird.
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