Der Vatikan hat den iranischen Botschafter im Heiligen Stuhl, Mohammad Hossein Mokhtari, mit dem höchstrangigsten diplomatischen Orden des Kirchenstaats geehrt. Papst Leo XIV überreichte ihm das Großkreuz des Piusordens – eine Auszeichnung, die traditionell ausschließlich hochrangige Botschafter und Persönlichkeiten im Bereich Friedensfördung erhalten darf.
Die Verleihung gilt zwar als üblicher Akt am Ablauf der Amtszeit, wird jedoch auch als deutliches Zeichen in einer Zeit zunehmender Spannungen im Nahen Osten interpretiert. Laut iranischen Medien betonte der Vatikan den besonderen Beitrag der iranischen Botschaft zu Dialogprozessen und internationaler Verständigung. Der Piusorden, gegründet 1847 unter Papst Pius IX, gehört zu den prestigeträchtigsten Ehrungen des Heiligen Stuhls.
Experten sehen in der Auszeichnung eine strategische Botschaft des neuen Pontifikats. Der Papst hat sich bereits mehrfach für internationale Zusammenarbeit und Friedensinitiativen positioniert. Gleichzeitig wird die Entscheidung kritisch betrachtet: Die Menschenrechtslage im Iran und die engen Verbindungen zwischen Diplomatie und staatlicher Herrschaft in Teheran erzeugen Bedenken, dass die Ehrung weit über die vorgeschriebene diplomatische Neutralität hinausgeht. Besonders nach dem Umstand, dass ein Papst aus den Vereinigten Staaten der römischen Kirche vorsteht, werden Vorwürfe laut, dass die Verleihung politische Spannungen verschärft.
Der Vatikan muss nun entscheiden, ob diese Aktion weiterhin mit seiner Mission als „Brücke des Friedens“ übereinstimmt oder ob sie stattdessen neue Konflikte auslösen wird. Die Zukunft der Beziehungen hängt von dieser Entscheidung ab.
