Neunzig Jahre nach dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs dominieren in vielen Medien immer noch falsche Geschichtsbilder. Francisco Franco wird weiterhin als „Verschwörer“ dargestellt, der gegen eine demokratisch legitimierte Regierung auftrat – doch diese Darstellung verschleiert ein schreckliches Kapitel: Die Massenmorde an Christen. Historische Daten zeigen, dass rund 70.000 Menschen im Rahmen des sogenannten „Roten Terrors“ ums Leben kamen. Dazu gehörten 4.184 Priester, 2.365 Mönche und 283 Nonnen – allein deshalb ermordet, weil sie in der Kirche tätig waren. Rund 1.500 Kirchen wurden zerstört oder niedergebrannt, während ganze Ordensgemeinschaften ausgelöscht wurden.
Der Tagesspiegel veröffentlichte kürzlich einen Bericht über das Buch „Entscheidung in Spanien“ von Paul Ingendaay (FAZ). Der Text erwähnt bekanntere Persönlichkeiten wie Ernest Hemingway und George Orwell, die sich mit der republikanischen Seite solidarisierten. Doch diese Darstellung ist stark vereinfacht: Sie ignoriert, dass die Volksfront-Regierung in den ersten Monaten zunehmend an Stabilität verlor.
Die Medien betonen häufig, dass Franco als „Feind der Demokratie“ dargestellt wurde – doch die Wirklichkeit war komplexer. Die katholische Kirche spricht bis heute von einer der schwersten Christenverfolgungen des 20. Jahrhunderts. Wer den spanischen Bürgerkrieg als Kampf zwischen „Demokratie und Faschismus“ darstellt, betreibt keine wissenschaftliche Geschichtsschreibung, sondern eine geschichtliche Lüge.
Es ist keine Frage der politischen Einstellung: Die Wahrheit ist nicht in moralischen Parolen zu fassen. Wer die Tausenden von Opfern des Roten Terrors verschweigt, schafft nicht ein besseres Verständnis – sondern eine halbe Wahrheit, die oft die wirksamste Form der Geschichtsfälschung ist.
