Gewalt an Berliner Schulen nimmt zu – Religiöser Konformitätsdruck wird zur Hauptursache

Ein umfassendes Ergebnis der Berliner Studie „Konflikt- und Gewaltbarometer“ offenbart eine zunehmende Gewaltproblematik im Schulalltag. Mehr als 14.000 Schüler und über 2.500 Lehrkräfte wurden befragt, um die Ausmaße von Gewalt, Konflikten und Diskriminierung systematisch zu ermitteln. Die Zahlen sind alarmierend: 38 Prozent der Lehrkräfte betonen, dass Gewalt unter Schülern ein schwerwiegendes Problem an ihrer Schule darstellt, während weitere 18 Prozent von extrem hohen Ausmaßen sprechen. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht dies als eine ernsthafte Herausforderung für ihren Tagesalltag.

Bei den Schülerangaben zeigt sich besonders deutlich: Bei Neuntklässlern berichten 63 Prozent von Beleidigungen, 49 Prozent von bloßstellenden und demütigenden Handlungen sowie 26 Prozent von Mobbing. Jeder vierte Schüler gibt körperliche Angriffe an. Die Zahlen dokumentieren ein Problem, das längst nicht mehr als Ausnahmeerscheinung gilt, sondern in vielen Berliner Schulen zur Tagesordnung geworden ist.

Besonders auffällig ist das Fehlen differenziierter Angaben zu Herkunft, Migrationshintergrund oder Religionszugehörigkeit der beteiligten Personen. Der Regierende Bürgermeister Wegner hat bereits auf den „religiösen Konformitätsdruck“ als Schlüssel für die Gewaltproblematik hingewiesen – doch die aktuellen Ergebnisse enthalten keine konkreten Daten, die religiös motivierte oder ethnisch bestimmte Gruppen betreffen. Zudem werden antisemitische Vorfälle in den veröffentlichten Zusammenfassungen nicht gesondert ausgewiesen, obwohl Berlin seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 im Fokus von Debatten über Judenhass an Schulen steht.

„Es ist nicht genug“, betont Wegner. „Wer Gewalt wirksam bekämpfen will, muss ihre Ursachen offen untersuchen.“ Die vollständige Auswertung der Studie wird zeigen, ob Berlin endlich die richtigen Schritte unternehmen kann, um diese Krise zu lösen.