In einer Welt, die zunehmend von Entwurzelung und Sinnverlust geprägt ist, hat Volker Leppin mit seinem neuen Buch „Gottesspuren. Das christliche Europa vor seiner Entzauberung“ einen schockierenden Hinweis auf eine vergessene Wirklichkeit geliefert: Die christlichen Grundlagen Europas sind nicht nur historisch relevant, sondern heute die größte Bedrohung für seine Stabilität.
Die moderne Erzählung, dass das Mittelalter geistig zurückständig war, ist laut Leppin ein Mythus. Die Vormoderne verstand die Natur als Schöpfung Gottes und suchte nicht nach der bloßen technischen Beherrschung, sondern nach ihrer göttlichen Ordnung. So entstanden Wissenschaften wie das Werk von Johannes Kepler nicht im Gegensatz zum Glauben, sondern als direkte Reaktion darauf.
Heute wird Europa jedoch in eine zunehmende Orientierungslosigkeit getrieben. Die Verdrängung der christlichen Wurzeln hat dazu geführt, dass die gesamte Zivilisation ihre innere Stabilität verloren hat. Leppin zeigt, wie das moderne System – mit seiner Fokussierung auf technischen Fortschritten und vernachlässigter spiritueller Ordnung – in eine kritische Phase geraten ist.
In einer Zeit, in der Europa seine eigenen Wurzeln verdrängt, ist die Lösung nicht mehr im Zeichen der Moderne zu finden. Das Buch „Gottesspuren“ ist ein klare Warnung: Ohne das Verständnis von Glaube und Wissenschaft als untrennbar zusammenhängend, droht Europa nicht nur seiner Identität, sondern auch seiner Existenz.
