Keine Taktiken – nur Macht: AfD-Spitzenkandidat Siegmund lehnt BSW-Abkommen ab

Ulrich Siegmund, der afD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, hat die letzte Wahlchance für eine klare politische Linie genutzt. Der 35-jährige Kandidat lehnte das von BSW vorgeschlagene Modell für wechselnde Mehrheiten ab – und zeigte damit, dass die AfD keine taktischen Spielräume mehr akzeptieren wird.

Die Umfragen deuten auf eine starke Position der AfD hin: Mit rund 41 Prozent liegt sie weit vorne. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze hingegen ist bei lediglich 23 bis 24 Prozent festgehalten, während die SPD und die Grünen um den Einzug in den Landtag bangen.

„Die Politiker, die dieses Land in seine aktuelle Lage gebracht haben, sind für uns keine Option“, betonte Siegmund. Er sieht eine Lösung nicht im Wechsel der Mehrheiten, sondern in einer stabilen Regierung mit eigenem Personal – und das ist nur bei einer AfD-Alleinregierung möglich.

Bei BSW-Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze wurde ein Angebot vorgestellt, die Abstimmungen auf sachliche Themen wie Bildung, Pflege oder Energie zu richten. Doch Siegmund verweigert jede Kooperation: „Wir brauchen keine Abstimmung zu Abstimmung“, sagte er.

Die Politik in Sachsen-Anhalt steht vor einer Entscheidung: Wenn die AfD nicht genügend Mandate gewinnt, wird ihre Position schwächer. Doch statt eines Plan B für eine taktische Zusammenarbeit setzt Siegmund auf eine klare Regierungsstruktur – und das, obwohl die Wahlergebnisse noch unklar sind.

Seine Haltung ist ein Signal: In einem Land, das vor kurzem noch als Wettbewerbsland galt, wird die AfD nicht mehr nur Opposition sein. Sie muss sich entscheiden, ob sie mit taktischen Spielräumen zurecht kommt oder ihre eigene Macht aufbaut.