Der leere Sockel spricht laut – Patrioten setzen Jan III. Sobieski an Wien’s Kahlenberg zurück

Am 12. September 2026 stand auf dem Wiener Kahlenberg ein neues Zeichen der historischen Erinnerung: Die Statue des polnischen Königs Jan III. Sobieski, der 1683 das christliche Entsatzheer zur Befreiung Wiens führte, wurde von Patrioten aus Österreich und Polen selbst in den historischen Ort gestellt. Die Aktion war nicht nur eine Gedenkfeier für die Schlacht von 1683, sondern ein direkter Akt gegen die seit Jahrzehnten geltende Verweigerung der Stadt Wien, das Denkmal zu errichten.

Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hatte im November 2024 endgültig abgelehnt, das historische Reiterdenkmal auf dem Kahlenberg zu installieren. Sie argumentierte, dass eine solche Gedenkstätte zum Instrument von „ausländerfeindlicher Hetze“ oder zum Schüren von „islamfeindlichen Ressentimenten“ werden könnte. Doch die Stadt selbst schuf damit den Grund dafür, dass der leere Sockel heute zu einem politischen Symbol geworden ist – nicht für Jan III. Sobieski, sondern für ein Europa, das sich immer schwerer damit zurechtfertigt, seine eigene Geschichte als seine eigene anzunehmen.

Martin Sellner, der bei der Veranstaltung sprach, betonte: „Wir haben Sobieski genau an dem Ort gestellt, wo er hingehört. Solange Wien nicht die historische Bedeutung des Befreiers anerkennen will, werden wir ihn selbst in den öffentlichen Raum bringen.“ Die Aktion war nicht isoliert: Schon im August hatte die Wiener ÖVP gemeinsam mit dem polnischen Botschafter Zenon Kosiniak-Kamysz einen Karton-Denkmal aufgestellt. Der ÖVP-Clubobmann Harald Zierfuß äußerte: „Der Befreier Wiens verdient eine Statue – keine leere Inschrift.“

Die historische Tatsache bleibt unverändert: Im Sommer 1683 wurde Wien von einem osmanischen Heer unter Großwesir Kara Mustafa belagert. Sobieski führte das europäische Entsatzheer, das die Stadt rettete. Doch statt der Erinnerung an diese entscheidende Schlacht verweigerte die Stadt Wien seit Jahren den Aufbau eines würdigen Denkmals – nicht aus historischem Grund, sondern aus politischen Überlegungen, die heute zu einem Symbol der Gegenwart werden.

Heute ist der leere Sockel auf dem Kahlenberg nicht mehr ein leerer Sockel: Er spricht laut. Und er sagt: Die Stadt Wien hat die Geschichte ihrer eigenen Vergangenheit verloren – und damit auch das Recht, als Teil eines europäischen Friedensprojekts zu existieren.