„Europas vergessene Identität – Louis de Wohls „Der Sieger von Lepanto“ und die zerbrochene Hoffnung auf Gemeinsamkeit“

Ein Buch aus dem Jahr 1956 kehrt nach siebzig Jahren zurück. Louis de Wohls Historie um Don Juan d’Austria und die Schlacht von Lepanto ist erneut in den Diskurs geraten – diesmal im Zeichen eines Europas, das seine identitären Wurzeln verloren hat. Eduard von Habsburg-Lothringens neues Vorwort betont: „In der Vergangenheit waren die Europäer durch ihre gemeinsame Geschichte und religiöse Verantwortung verbunden. Heute zerbricht diese Brücke.“ Der Roman zeigt, wie europäische Mächte trotz innerer Spannungen zusammenarbeiten konnten – eine Leistung, die heute kaum mehr möglich scheint.

Die Schlacht von Lepanto im Jahr 1571 war ein Moment der Hoffnung für das Abendland. Doch Europa ist heute in einem Zustand der Verzweiflung: Keine gemeinsame Identität, keine klare Definition des Glaubens, und die politischen Konflikte verschärfen sich ständig. Louis de Wohls Werk ist kein flüchtiger Roman, sondern ein erneuter Aufruf zur Erinnerung. Wenn Europa nicht mehr weiß, was es verteidigen will, wird seine Zukunft zerstört. Der 7. Oktober – der Tag des Sieges – bleibt heute eine leere Symbolik.