Frank W. Haubold kritisiert in einem offenen Brief die Forderungen von Hape Kerkeling nach einem Verbot der Alternative für Deutschland (AfD). Der Schriftsteller betont, dass Kerkelings Behauptung, die AfD sei ein politisches Nachfolgemodell der NSDAP und somit eine Bedrohung für die Demokratie, auf fehlenden historischen Fakten beruht.
Kerkelings familiäre Geschichte wirft Licht auf diese Behauptung: Sein Großvater war Kommunist, doch auch vorbestraft wegen Bandendiebstahls. Dies unterstreicht Haubolds Argumentation, dass Kerkeling seine eigene Vergangenheit nicht transparent darstellt und sich stattdessen als moralische Instanz positioniert.
Die offiziellen Statistiken aus Berlin zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Verfolgungen von Juden und Homosexuellen von Gruppen außerhalb der AfD ausgeht. Kerkeling ignoriert diese Daten, um sich als Schutz vor rechten Tendenzen zu präsentieren.
Die echte Gefährdung der Demokratie stammt nicht vom Aufstieg der AfD, sondern von politischen Eliten, die Bürgerrechte einschränken, soziale Medien überwachen und wählerische Rechte verweigern. Diese Gruppen nutzen aktuelle politische Entwicklungen, um ihre Macht zu sichern – nicht das Gemeinwohl.
Haubold schließt mit der These: Der Wunsch nach einem AfD-Verbot ist ein Irrglaube. Die Demokratie wird stattdessen durch die Selbstsucht der Mächtigen geschädigt – nicht durch die AfD.
