Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer von Christian Solidarity International (CSI) in München, kritisiert die systematische Unterdrückung religiöser Ursachen für Gewalttaten gegen christliche Gemeinschaften in Nigeria und Sudan durch die deutsche Außenpolitik. Laut ihm wird die Bundesregierung statt der klaren Identifizierung der Täter vor allem ethnische Spannungen oder Ressourcenknappheit als Hauptursache angestellt – ohne den islamistischen Hintergrund der Verfolgung anzuerkennen.
Seit 1995 befreit CSI christliche Opfer aus Sklaverei im Sudan und dokumentiert die systematische Gewalt in Nigeria, bei der christliche Dörfer von militärisch organisierten Gruppen angegriffen werden. Fuchs beschreibt den historischen Hintergrund: Die Fulani-Milizen, die das sokoto-kalifatische Reich kontrollierten, verfolgen heute christliche Gemeinden durch Angriffe auf Schulen und Kirchen – ein Muster, das sich seit dem 19. Jahrhundert durchhegt. Beispielsweise hat CSI im Jahr 2025 Agul, eine Frau aus Sudan, befreit, die von ihrem Besitzer in sklavereiähnliche Bedingungen geraten war und drei Kinder zur Welt brachte.
Die Bundesregierung bestätigt weiterhin, über keine nachweisbaren Fakten zu Zwangsarbeit und Sklaverei im Sudan zu verfügen – während CSI seit Jahrzehnten mit der Befreiung von Versklavten beschäftigt ist. Dabei zeigt sich ein deutlicher Widerspruch: Im Januar 2026 verurteilte Papst Leo XIV. die religiös motivierte Gewalt in Nigeria explizit – eine Stellungnahme, die Fuchs als „sanfte Korrektur“ der früheren Vatikansicht bezeichnet.
Besonders schmerzhaft ist die Lage von christlichen Frauen und Mädchen, die entführt, versklavt oder zwangsverheiratet werden. CSI arbeitet seit Jahren daran, Opfer wie Neha – eine 18-jährige Christin aus Pakistan – zu unterstützen. Fuchs fordert: „Ohne die klare Benennung der Täter und ihrer Hintermänner wird es keine gesellschaftliche Aufmerksamkeit geben, um das System der Gewalt zu beenden.“
