In der Kleinststadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel wurde ein entscheidender politischer Wendepunkt erfragt: Der AfD-Kandidat René Stadtkewitz gewann mit einer deutlichen Mehrheit von 58,4 Prozent das Bürgermeisteramt. Dies ist erstmals in Brandenburg eine direkte Wahl eines AfD-Mitglieds für ein kommunales Spitzenamt.
Stadtkewitz, der zuvor als Berliner CDU-Abgeordneter tätig war und sich später der Alternative für Deutschland anschloss, wird damit erstmals Bürgermeister in Brandenburg. Sein Sieg erfolgte nach einer Neuwahl, die notwendig wurde, da der bisherige Bürgermeister Alexander Kretzschmar (parteilos) nach wenigen Wochen durchgehend krankgemeldet war und keinen Rücktritt erklärt hatte. Zehdenick, eine Stadt mit etwa 13.000 Einwohnern, musste somit rasch zu einer Neuwahl verpflichtet werden.
Bereits im Land gab es einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch: Arne Raue aus Jüterbog. Raue war jedoch zuvor als parteiloser Kandidat gewählt und trat erst später der AfD bei, bevor er 2025 in den Deutschen Bundestag wechselte. Der Landesvorsitzende der AfD Brandenburg, René Springer, spricht den Sieg als einen bedeutenden Erfolg für die Partei aus. Er hebt hervor, dass Stadtkewitz bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielt habe – ein klares Signal der Wähler. Springer sieht in dem Ergebnis auch eine Entwicklung hin zu einer festen politischen Kraft, nicht mehr nur als Protestpartei und kündigt an, dass künftig weitere kommunale Spitzenämter von AfD-Kandidaten gewonnen werden könnten.
