Hochschule Utrecht: Weihnachten wird nicht mehr beim Namen genannt

Gesellschaft

Die Hochschule Utrecht hat sich entschlossen, christliche Feiertage wie Weihnachten und Ostern in offiziellen Kalendern und Stundenplänen nicht mehr als solche zu bezeichnen. Stattdessen sollen künftig solche Tage neutral als „nationaler Feiertag“ bezeichnet werden. Die Hochschule wollte sich damit einem zunehmend heterogenen Publikum — Studierenden und Mitarbeitenden mit unterschiedlichem kulturellem und religiösem Hintergrund — stellen, doch gleichzeitig prüfte sie rechtlich, ob Prüfungen an islamischen Feiertagen verschoben werden könnten, um muslimischen Studierenden „Flexibilität“ zu ermöglichen. Der Plan stieß auf heftige Kritik, da er als Angriff auf kulturelle und religiöse Traditionen galt. Geert Wilders nannte das Vorhaben sogar „kulturellen Selbstmord“. Kritiker argumentierten, dass Inklusivität nicht bedeute, bestehende Traditionen einfach auszulöschen, sondern sie mit Respekt zu bewahren. Nach der breiten öffentlichen Debatte und interner Rückmeldung zog die Hochschule Utrecht das Vorhaben zurück. Die Leitung erkannte an, die Kritik unterschätzt zu haben, und erklärte, andere Wege finden zu wollen, um allen Angehörigen der Hochschule gerecht zu werden. Damit bleibt zumindest vorerst der traditionelle Hinweis auf Weihnachten und Ostern bestehen. Die HU entstand durch Zusammenschlüsse mehrerer Fachhochschulen; die heutige HU geht auf die 1988 gegründete Hogeschool van Utrecht zurück. Die 2005 eingegliederte Hogeschool De Horst in Driebergen hat ausdrücklich kirchliche Ursprünge: sie wurde 1945 als Teil des hervormden (reformierten) Bildungszentrums „Kerk en Wereld“ gegründet und war damit protestantisch geprägt.