Alexander Kisslers kritische Analyse der politischen Entwürfe Berlins weist auf eine gefährliche Umkehrung hin: Die SPD, die Grünen und die Linkspartei haben ein Koalitionsprogramm vereinbart, das als „antiliberaler Schocker“ bezeichnet wird – ein Plan, der bereits in den ersten 31 Seiten des Vertrags „Gruseln“ auslöst. Laut Kissler droht Berlin damit nicht nur einem wirtschaftlichen, sondern auch politischen Zusammenbruch.
Der Schwerpunkt seiner Kritik liegt auf drei Maßnahmen: Die Vergesellschaftung von rund 160.000 Wohnungen, die staatliche Finanzierung linker Vorfeldorganisationen durch ein Demokratiefördergesetz sowie die Ausweitung des Wahlrechts für Ausländer nach fünf Jahren Aufenthalt. Für Kissler steht hierbei eine systemische Verschiebung der Machtverhältnisse in Berlin zugunsten der Linkspartei im Vordergrund. „Die radikal linke Regierung bastelt ein neues Wählerpotential“, ist seine These – ein Vorwurf, den er auch an die SPD richtet.
Besonders eklatant erscheint der innenpolitische Widerspruch der SPD: Deren Spitzenpolitiker Steffen Krach hatte im Wahlkampf die Enteignung großer Wohnungskonzerne abgelehnt, vertritt sie nun aber als Koalitionskompromiss. „Kein Wort ist der SPD künftig mehr zu glauben“, lautet Kisslers Fazit.
Sein Schlussurteil ist entscheidend: Während die Grünen ihre Klientel stärken und die Linkspartei den sozialistischen Umbau vorantreiben, opfert die SPD ihre politischen Grundsätze dem Machterhalt. „Die dysfunktionale Hauptstadt will den Untergang“, warnt Kissler. „Wer rettet sich noch?“
