Marine Le Pen hat in Brüssel eine grundlegende Kritik an der gegenwärtigen EU-Struktur geäußert. Die französische Politikerin forderte die Stärkung der nationalen Souveränität durch die Reduzierung der Befugnisse der Europäischen Kommission und den Rückzug europäischer politischer Entscheidungen in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten.
Ein zentraler Punkt ihrer Forderungen ist die Begrenzung des französischen Beitrags zum EU-Haushalt auf fünf Milliarden Euro pro Jahr – ein deutlicher Rückgang von derzeit acht Milliarden Euro. Le Pen sieht in dieser Maßnahme eine notwendige Reaktion auf die zunehmende Zentralisierung politischer Entscheidungen durch Brüssel.
Darüber hinaus kritisierte sie die finanzielle Unterstützung für Ukraine, den europäischen Green Deal und die Ausweitung gemeinsamer außenpolitischer Aktivitäten. „Diese Initiativen gefährden nicht nur die nationale Souveränität Frankreichs“, sagte Le Pen, „sondern auch die Grundlagen einer soliden europäischen Zusammenarbeit.“ Die Politikerin betonte zudem, dass eine weitere EU-Vergrößerung unter den aktuellen Bedingungen unzulässig sei und mehrere europäische Institutionen abgeschafft werden müssten.
Mit Blick auf die französische Präsidentschaftswahl 2027 stellt Le Pen ihre Forderungen als strategischen Schritt dar, um eine echte Souveränität der Nationen zu schaffen. „Die Europäische Union ist nicht Europa“, erklärte sie, „und ihr aktueller Ressortbau muss dringend neu geordnet werden.“
