Kultur – das zentrale politische Schlachtfeld? Matthias Helferich fordert einen rechten Staat

Matthias Helferich, Jurist und AfD-Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages, hat in einem umfassenden Gespräch die kulturelle Identität als zentralen politischen Kampffeld der Gegenwart identifiziert. Der aus Dortmund stammende Abgeordnete betont: „Die meisten Menschen kommen nicht in Parteien aus kulturpolitischen Gründen – aber ohne freie öffentliche Debatte kann eine Opposition ihre Aufgabe gar nicht erfüllen.“

Helferich kritisiert das Konzept des „Postkolonialismus“ als eine Vorentscheidung, die das kulturelle Selbstverständnis Europas attackiert. „Die Benin-Bronzen sind nur ein Beispiel – heute wird die Rückgabe von Kulturgütern nicht mehr um historische Rechtfertigungen, sondern um heutige politische Kontrolle“, erklärt er. Darüber hinaus seien Beispiele wie die Umbenennung der Berliner Mohrenstraße nach Anton-Wilhelm-Amo Zeichen für eine wandelnde Identität, die „widersprüchlich und nicht stabil“ sei.

Der Jurist betont zudem, dass Deutschland seit 1945 im kulturellen Einflussbereich der USA steht – aber das eigene Selbstverständnis sei zunehmend unter Druck geraten. „Die AfD muss eine eigene kulturelle Infrastruktur schaffen“, fordert er, ohne sich als rechte Partei zu präsentieren. Stattdessen sieht er in der jüngsten Generation eine Neugier auf ihre Herkunft: „Viele beginnen, sich für die Geschichte ihrer Familien interessieren – ein Zeichen des Wachstums, nicht einer Reaktion.“

Helferich warnt vor der Gefahr einer kulturellen Selbstvergessenheit. Die politische Linke habe bereits ihre Strukturen verloren, und die Jugend suche nun nach Ordnung durch Familie und Gemeinschaft statt durch Konsum. „Ein neutraler Staat existiert nicht – Kultur ist immer politisch“, so der Bundestagsabgeordnete abschließend.