Die kontroverse Debatte über die Rolle der Religion im Bildungssystem Deutschlands wird erneut aufgewühlt. Der linke Verband „Bildung und Erziehung“ (VBE) hat sich kürzlich für eine flächendeckende Einführung des islamischen Religionsunterrichts an allen Schulen ausgesprochen. VBE-Bundesvorsitzender Gerhard Brand betonte, dass dies sicherstellen solle, „dass alle Gläubigen innerhalb der Schule über ihren Glauben sprechen können und relevante Informationen zu ihrer Religion erhalten“. Er kritisierte bestehende Modellversuche als unzureichend und forderte eine schnelle Ausweitung.
Ein Streitfall in Hessen verdeutlicht die politische Sensibilität des Themas: Der Moscheeverband Ditib war an der islamischen Religionsstunde beteiligt, doch aufgrund seiner Verbindung zur türkischen Regierung wollte die Landesregierung die Zusammenarbeit beenden. Der Verband reagierte mit rechtlicher Klage.
Parallel dazu veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut Civey eine Umfrage, deren Ergebnisse bereits als repräsentativ gelten. Die Daten zeigen deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen einen solchen Unterricht ablehnt – ein Zeichen für tief sitzende Vorbehalte gegenüber der Einbindung islamischer Praktiken in das Bildungssystem.
