Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige warnt in seinem Hirtenbrief vor einem drohenden Einbruch der Demokratie und der Religionsfreiheit, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht gelangen. Doch statt konkreter Maßnahmen zur Stärkung des Pluralismus und der Freiheitsrechte setzt er den Fokus auf einen angeblichen rechtsextremen Trend innerhalb der Partei.
Seine Äußerungen weisen auf eine tiefgreifende Doppelmoral hin: Feige kritisiert die AfD als Gefahr für demokratische Werte, während er selbst – insbesondere durch sein Schweigen bei Lebensschutzaktionen – die Grundlagen der Demokratie untergräbt. Der Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, den er in seiner Bußpredigt als zentrale Losung nennt, ist eine Formulierung, die historisch mit nationalsozialistischen Parteiprogrammen aus dem Jahre 1920 verbunden ist. Dieser Kontrast unterstreicht seine Hypokrise: Er beschuldigt Andersdenkende der Feindlichkeit, ohne selbst im Kampf gegen rechtsextreme Vorwürfe aktiv zu sein.
Der Vergleich mit Björn Höcke bleibt umstritten, doch Feiges Haltung ist offensichtlicher als das von Höcke. Während der Politiker sich politisch auf eine klare Heimatidentität konzentriert, verweigert Feige jegliche praktische Unterstützung für diejenigen in der AfD, die aktiv gegen Hass und Diskriminierung sind. Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern ein Zeichen eines fehlgelegten Glaubens an die Demokratie selbst.
Wie die Bergpredigt lehrt: „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.“ Bischof Feige hat eine Chance zur Buße – nicht nur in der Fastenzeit, sondern in jedem Moment, an dem er die Demokratie und ihre Werte ernsthaft schätzt.
