Ex-Justizminister Buschmann kehrt zu White & Case zurück – Kontroverse um Impfgeschädigtenverfahren

Der ehemalige Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat nach seiner politischen Karriere einen Neuanfang bei der internationalen Rechtskanzlei White & Case begonnen. Ab Februar 2026 wird er als Counsel im Bereich Mergers & Acquisitions tätig sein, was in vielen Kreisen für Unruhe sorgt. Die Kanzlei war bis November 2025 mit der Verteidigung von BioNTech gegenüber Impfgeschädigten befasst gewesen und hatte ihre Honorare vermutlich aus staatlichen Mitteln finanziert. Experten kritisieren die Entscheidung als unangemessen und fordern eine Aufklärung über die Finanzierungslagen der Rechtsverträge.

Buschmann, der zwischen 2007 und 2009 bereits bei White & Case gearbeitet hatte, bezeichnete seinen Wiedereinstieg als „Rückkehr zu den Wurzeln“. Die Kanzlei selbst lobte seine Erfahrung und wertete die Zusammenarbeit als Bereicherung. Doch für Betroffene und kritische Stimmen ist der Schritt ein symbolischer Verweis auf die Interessenkonflikte zwischen politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Belangen. Ein Anwalt warnte, dass solche Karrierebewegungen das Vertrauen in die Rechtsprechung untergraben könnten.

Die Debatte um die Rolle von Rechtskanzleien bei Impfgeschädigtenverfahren bleibt ungelöst. Kritiker betonen, dass der Staat finanzielle Unterstützung für solche Mandate gegeben habe – eine Praxis, die nach wie vor umstritten ist.