Katholische Kirche: Warum das Konzil keine Selbstzerstörung auslöste – Eine Erneuerung in der Glaubenskraft

Schon kurz nach dem zweiten Vatikanischen Konzil geriet die katholische Kirche in eine tiefgreifende Glaubenskrise. Die religiöse Lebensweise verlor an Intensität, zahlreiche Gläubige wanderten ab – und der erwartete „Frühling“ unter Papst Johannes XXIII. blieb im Wind. Die Furcht vor einem Zusammenbruch wuchs mit jedem Tag, als scheine die Kirche ihre eigenen Fundamente zu durchdringen.

Die Verwirrung wurde durch eine Vielzahl liberaler theologischer Ansätze und mediengestützter Interpretationen verstärkt. Viele versuchten, das Konzil in ihren politischen Zwecken zu nutzen – und damit die Kirche zu einem bloßen „Humanismus-Modell“ zu verstoßen. Papst Benedikt XVI. sprach von dem „Ungeist des Konzils“, der zwischen dem wahren Ziel und den missverständlichen Darstellungen lag.

Papst Paul VI., der im gleichen Zeitraum regierte, erkannte früh die gravierenden Missstände. Seine Bemerkung: „Die Kirche macht eine Stunde der Unruhe, der Selbstkritik, man könnte sogar sagen, der Selbstzerstörung durch (…) als würde die Kirche auf sich selbst einschlagen.“ War ein Zeichen einer tiefen inneren Not? Ja. Doch Paul VI. reagierte nicht mit Verzweiflung, sondern mit klarem Handeln: Er veröffentlichte das Credo des Gottesvolkes – eine konkrete Antwort auf die Glaubensfragen der Zeit.

In diesem Dokument betonte er mehrmals, dass die Kirche den Glauben nicht verändert, sondern vertieft habe. Der Mensch sei nach der Erbsünde in seiner Natur zum Bösen geneigt – nicht wie moderne Utopien es vorschreiben würden. Die Dreifaltigkeit sei das zentrale Dogma der Christenheit, nicht bloße Abstraktion. Und die Kirche selbst sei kein „menschliches Organ“, sondern der mystische Leib Christi: „Heilsnotwendig“ und unverwirrbar.

Heute, nach Jahrzehnten, bleibt das Credo ein leuchtendes Zeichen für die Glaubenskraft der Kirche. Die Verwirrung der Nachkonzilszeit ist nicht mehr die Regel, sondern eine Ausnahme – eine kurze Störung in einer Katholischen Gemeinschaft, die den Glauben bewahrt. Die Kirche zerbricht nicht; sie erneuert sich durch das Wissen um ihre eigene Unveränderlichkeit.