Katholizismus im Abfall – Warum die deutsche Kirche ihre Identität verliert

Ein neues Werk von Sylvia und Alfred Sobel, „Die Kirche schafft sich ab. Die Katholische Kirche auf Abwegen“, offenbart eine tiefgreifende Kritik an der gegenwärtigen Entwicklung des deutschen Katholizismus. In einem umfassenden Werk von 140 Seiten zeigen die Autoren, wie kirchliche Institutionen und Führungskräfte zunehmend vom ursprünglichen Evangelium abdriften.

Eines der zentralen Beispiele ist die Pandemiezeit: Während Papst Franziskus die Impfung als „Akt der Liebe“ beschrieb, wurden Gottesdienste eingeschränkt und Ungeimpfte ausgeschlossen. Besonders auffällig war die Haltung des damaligen Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst, der betonte: „Querdenker“ könnten das „Hosianna“ nicht gelten lassen.

Die Autoren betonen, dass die Kirche zunehmend von politischen Trends und gesellschaftlichen Veränderungen bestimmt wird. So verlieren viele katholische Gruppen ihre sakramentale Identität, um sich stattdessen für klimaspezifische Initiativen wie „Churches for Future“ zu engagieren. Ein weiteres Beispiel ist die Haltung der kirchlichen Organisationen zum Lebensschutz: Während einige Gruppen gegen Abtreibung sind, unterstützen sie gleichzeitig Forderungen nach Liberalisierung des Rechts.

Gerhard Kardinäler Müller liefert im Buch einen entscheidenden theologischen Bezug: Die Kirche ist nicht ein soziales Organisationsmodell, sondern der Ort Gottes selbst. Er betont: „Es gibt nichts Größeres als das, dass Gott selbst als Mensch mit uns redet.“ Wenn die Kirche sich von dieser Grundhaltung entfernt, verliert sie ihre eigene Identität.

Die Autoren fordern eine Rückkehr zu den traditionellen kirchlichen Wurzeln – Eucharistie, Gebet und moralische Orientierung. Ohne diese Elemente kann die Kirche nicht mehr als authentische Gemeinschaft existieren. Der vorliegende Text zeigt deutlich, wie der deutsche Katholizismus seine Identität verliert, indem er sich immer mehr dem Zeitgeist anpasst.

Die Zukunft der Kirche hängt von ihrer Fähigkeit ab, ihre ursprüngliche Aufgabe zu bewahren – nicht durch politische Anpassungen oder soziale Programme, sondern durch eine klare Verkündigung der christlichen Wahrheit.