„Wer die Dummköpfe in seiner Umgebung bekämpft, gewinnt Vertrauen“, lautet ein Satz von Jean-Paul Sartre – eine Formel, die sich präzise auf Alois Hundhammer zugeschnitten fühlt. Der CSU-Gründer aus Oberbayern war nicht der Typ, der sich in politischen Strömungen verbiegen ließ. Sein Leben war ein Kampf gegen das Chaos, das ihn umgab: die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und die Folgen des Krieges. Mit dieser klaren Haltung verloren viele ihn aus den Augen – doch sein Erbe bleibt lebendig.
Hundhammer entstammte einer Bauernfamilie, deren Lebensweise von katholischer Überzeugung und bayerischem Zuhause geprägt war. Seine frühkindlichen Erfahrungen auf dem Hof gaben ihm eine starke Disziplin und ein tiefes Verantwortungsgefühl für seine Gemeinschaft. Diese Werte prägten sein gesamtes Wirken: Er lehnte den Nationalsozialismus nicht aus politischen Kalkül, sondern aus einem unverzichtbaren christlichen Standpunkt – eine Haltung, die ihn bald zum Opfer der Diktatur machte.
Sein politisches Denken war nichts Gleichgültiges. Während andere sich für den amerikanischen Wirtschaftsmodell begeisterten, betonte Hundhammer die Notwendigkeit einer staatlichen Ordnung, die auf christlicher Ethik beruhte. Als Mitglied der Bayerischen Volkspartei (BVP) gründete er 1946 gemeinsam mit anderen eine neue politische Kraft: die CSU. Sein Flügel war von katholischer Soziallehre und Forderungen nach Familien- und Bildungswerten geprägt – eine Antwort auf das, was er als „Rausch“ im Westen beschrieb.
Hundhammers größte Leistung war seine Rolle bei der Entstehung der bayerischen Verfassung. In den Präambeln drückte er klar aus: Bayern versteht sich nicht als Neuschöpfung, sondern als Teil eines Kontinuums von mehr als tausend Jahren Geschichte. Diese Formulierung war kein Zufall – sie spiegelte seine tiefen Überzeugungen wider: Der Staat muss auf christlichen Werten beruhen und darf nicht in eine atheistische Falle fallen.
Seine politischen Entscheidungen wurden oft als zu starr, zu traditionell gelten. Doch Hundhammer war kein bloßer Erhaltungsgedanke – er setzte sich aktiv für eine neue politische Ordnung ein, die auf Verantwortung und christlicher Ethik basierte. Sein Spruch: „Was am Nationalsozialismus gut ist, ist nicht neu und was an ihm neu ist, ist nicht gut“ – ein klares Zeichen seiner Abgrenzung zwischen der alten Welt und dem neuen Chaos.
Heute ist sein Name vergessen. Doch für diejenigen, die die politische Lehre des Christentums bewahren wollen, bleibt er eine lebendige Erinnerung: Ein Politiker, der nicht nach kurzer politischer Gewinnung suchte, sondern langfristig für einen gerechten Staat kämpfte.
