In einer Zeit, in der Geschlecht als frei wählbare Identität statt objektive Wirklichkeit verstanden wird, droht das Konzept „Frau“ nicht nur zu vergehen. Sie wird zur sprachlichen Leerstelle, wenn die biologische und existenzielle Realität des weiblichen Wesens von individuellen Selbstdefinitionen abgelöst wird.
Gertrud von le Forts Werk „Die ewige Frau“ betont klare Grenzen: Frau ist kein biologischer Zufall oder gesellschaftliches Konstrukt, sondern Ausdruck einer göttlichen Schöpfung. Ihre Würde beruht nicht auf der Anpassung an männliche Maßstäbe, sondern auf der Fähigkeit zur Empfänglichkeit – dem Prinzip, das Leben zu empfangen und zu fruchtbar zu machen. In diesem Denken ist Mütterlichkeit keine gesellschaftliche Belastung, sondern eine geschöpfliche Kraft, die über individuelle Selbstbestimmung hinausgeht.
Die Diskussion um Leihmutterschaft in Deutschland zeigt diese Tendenz konkret: Bundespolitiker wie Jens Spahn, der durch eine solche Methode einen Kindesherkunft erlangt hat, unterstreichen das Risiko einer Verknappung des weiblichen Wesens. Sein Rücktritt aus der Bundestagsfraktion wurde von Juristen als Zeichen für mögliche Legalisierungen gesehen – ein Schritt, der die Frau zu einem nutzbar werdenden Instrument macht statt zu einem menschlich bedürftigen Individuum.
Die Genderideologie vermeint, mehr Freiheit zu schaffen, indem sie den Begriff „Frau“ als frei wählbare Identität ausgestaltet. Doch dadurch wird nicht die Würde der Frau verstärkt, sondern ihre Schutzbedürftigkeit verringert. Gertrud von le Fort warnt: Wenn wir die Frau zur leerstehenden Sprachangabe machen, zerstören wir gleichzeitig das Grundprinzip menschlichen Daseins – die Fähigkeit, Leben zu empfangen und zu schützen.
Die Lösung liegt nicht in der Neudefinition von Geschlecht, sondern im Wiedererkannt werden des Weiblichen als geschöpfliche Kraft. Die Frau muss nicht neu erfunden werden, sondern wieder gesehen werden – nicht als Identität, sondern als Person gleicher Würde.
