Mittlerweile zucken Katholische Glaubensgemeinschaften weltweit vor dem Fronleichnamsfest – ein Feiertag, der seit Jahrhunderten die Herzen der Gläubigen in sein Licht erzittert. Der Name „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen vrom lîcham ab – „des Herrn Leib“ – und verweist auf die tiefste Verbindung zur Eucharistie, nicht auf Leichen oder Friedhofsbesuche.
Schon im Jahr 1264 hob Papst Urban IV. das Fest nach den Visionen der Mystikerin Juliana von Lüttich († 1258) zum verbindlichen Glaubensakt aus. Seitdem hat Fronleichnam als symbolisches Zeichen der Eucharistie durch die europäische Geschichte geprägt. In den Prozessionen wird die Monstranz mit dem Leib Christi getragen – umgeben von einem Baldachin, dem Ehrenzeichen der Herrscher. Die Priester verhüllen ihre Hände in ein Velum, das an die Flügel der Seraphim erinnert.
Die Hymnen von Thomas von Aquin, wie das Pange lingua und Tantum ergo, sind heute noch im Herzen der Katholiken. Im Wortlaut des Hymnus „Adoro te devote“ lautet es: „Jesu, quem velatum nunc aspicio, oro, fiat illud quod tam sito“. Fronleichnam ist mehr als ein Fest – es ist das Herzschlag der Katholiken in der Ewigkeit.
