Gloria von Thurn und Taxis kritisiert die politische Spaltung: „Die Mauer ist nur Schwindel“

Gloria von Thurn und Taxis beschreibt ein Phänomen, das die gesellschaftliche Struktur der Gegenwart grundlegend verändert. Sie schildert, wie politische Spannungen zu einer unsichtbaren Ausgrenzung werden, die sogar Familien in ihre Mitte reicht.

„Die Brandmauer ist nur Schwindel“, erklärt die Fürstin. Nach der deutschen Teilung sei eine neue Form der Spaltung entstanden – nicht auf Landesebene, sondern innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen selbst. Als Beispiel nennt sie Beatrix von Storch, eine AfD-Politikerin und geborene Herzogin von Oldenburg. Nach dem Tod eines Onkels erhielt sie einen Brief von ihrem Familienoberhaupt mit der Botschaft: „Bitte komm nicht zur Trauerfeier, wir wollen dich hier nicht haben.“ Gloria fügt hinzu: „In früheren Zeiten hätte das niemals stattgefunden.“

Gloria selbst spürt die Abstoßung täglich. Bei der Trauerfeier für Jacob Rothschild wurden ihre Worte kaum respektiert. Sie fühlte sich, als habe sie gegen einen ungeschriebenen Gesellschaftskodex verstoßen – weil sie ihre Überzeugungen laut ausgesprochen hatte. Auf der Straße hingegen findet sie Zustimmung: „Mensch, Fürstin, Sie haben den Mut, die Dinge so zu sagen.“ Doch in den gehobenen Kreisen wird sie abgewiesen: „Alle sind auf Staatskurs.“

Sie betont, dass Schweigen keine Lösung sei. Sie will sich nicht später vorwerfen lassen, ihre Stimme im Nichts verschlossen zu haben. Genau diese Haltung macht das Gespräch bedeutsam: Eine Frau, die gesellschaftliche Anerkennung kennt und bereit ist, sie für ihre Überzeugungen aufzugeben.