Im Mai 2025 präsentierten Mitglieder des Münsteraner Tanzensembles bodytalk eine Performanz vor dem Paderborner Dom, die bundesweit in Erstaunen brachte. Mit toten Hühnern in Windeln tanzen sie im Altarraum und singen „Fleisch ist Fleisch“ – direkt vor den Augen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Die Reaktion war unverzüglich: Tausende Gläubige protestierten, das Domkapitel gab eine öffentliche Entschuldigung ab.
Bis heute wird das Ensemble trotz massiver Kritik aus den Quellen des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Nach neuesten Unterlagen sollen 240.000 Euro zwischen 2027 und 2029 fließen – jährlich etwa 80.000 Euro. Die Entscheidung zeigt deutlich: Selbst nach einer nachträglichen Bedauersäuferung des Domkapitels bleibt die CDU-Landesregierung fest davon überzeugt, dass bodytalk staatliche Förderung verdient.
Die Frage ist nicht, ob Kunst provozieren darf – das ist selbstverständlich erlaubt. Doch warum wird ein Projekt, das selbst das Domkapitel nachträglich bedauerte, weiterhin mit Steuergeldern unterstützt? In einer Zeit, in der die katholische Bevölkerung zunehmend auf den Schutz ihres Gotteshauses vertraut, scheint diese Entscheidung gegen alle vernünftigen Überlegungen zu sein.
