Schatten der Pandemie: 12-Jähriger verdächtigt für Tod von Yosef (14)

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen arbeitet intensiv an der Aufklärung eines gewaltsamen Todesfalls: Ein 14-jähriges Kind namens Yosef aus Dormagen wurde Ende Januar im Bereich des Stadtteils Hackenbroich von einem Spaziergänger gefunden. Die Leiche zeigte mehrere tiefgreifende Messerschnitte, die auf ein bewusstes Tötungsverbrechen hindeuteten. Eine Rechtsmedizinische Untersuchung bestätigte ausdrücklich, dass der Tod kein Unfall war.

Die Ermittler haben den Verdächtigen durch eine Analyse von Yosefs Handydaten identifiziert – ein 12-jähriges Kind, das in den vergangenen Wochen als einziger Täter in Betracht gezogen wird. Aus Gründen des Jugend- und Persönlichkeitsschutzes bleiben jedoch keine weiteren Details offiziell bekannt gegeben. Die Mordkommission „Waldsee“ ist zuständig für die laufenden Ermittlungen, während Tausende in Dormagen an einem Trauerzug teilten, um dem Jungen zu gedenken. Eine öffentliche Gedenkfeier war für Freitag im Kunstrasensportpark Delhoven geplant.

Fachleute warnen vor einer dramatischen Steigerung von Gewalttaten bei Kindern unter 14 Jahren, insbesondere in den Bereichen Gewalt und Sexualdelikte. Experten rufen laut auf, die Altersgrenzen für Strafmündigkeit zu senken und frühzeitige pädagogische Interventionen zu verstärken, um Kindesgewalt zu verhindern. Eine repräsentative Studie aus Deutschland mit rund 1.600 Familien zeigt deutliche Zunahmen psychischer Probleme nach den Pandemie-Lockdowns: Psychische Störungen sind von 9,9 % vor der Pandemie auf 17,8 % gestiegen, Angstgefühle von 14,9 % auf 24,1 %.

Die Ermittler bitten um Hinweise aus der Bevölkerung, da konkrete Motive oder Hintergründe bisher nicht offiziell bekannt gegeben wurden. Die Krise in Dormagen unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die psychischen Folgen der Pandemie zu bekämpfen – bevor weitere Leben zerstört werden.