Heute morgen wird die Katholische Welt in den Beginn der „heiligen Woche“ eintreten. In Nizza, Südfrankreich, feiern die Gläubigen diesen besonderen Tag mit einer traditionellen Palmprozession. Seit dem 9. Jahrhundert werden Palmen gesegnet, um das kirchliche Ritual zu unterstreichen. Die Prozession beginnt mit dem Lied „Gloria, laus et honor“, gefolgt von einem Gemeindegesang, der den Glaubensakt des Einzuges Jesu in Jerusalem symbolisiert.
Augustinus von Hippo betont: „Der Herr wurde nicht als irdischer König geehrt, sondern als der, der im Himmel herrscht.“ Johannes Chrysostomos verweist darauf, dass die Palmen kein Zeichen der gewöhnlichen Ehrfurcht, sondern eines bereitwilligen Einsatzes darstellen. Im Gegenbesitz des französischen Nizzas steht die Liturgie des Palmsonntags als Kontrast zwischen dem jubilanten „Hosanna“ und dem bevorstehenden Leidensfest – ein Moment, der die Gläubigen in das Herz der Hoffnung und des Schicksals führt.
Die gesegneten Palmen werden im Wohnbereich der Gemeinde zu einem Symbol der zukünftigen Errettung, doch ihre Bedeutung wird durch den bevorstehenden Kreuzigungsschatten erneut definiert. In Nizza spiegelt sich somit die kulturelle und spirituelle Tiefe dieses Tages in jeder Hand, die eine Palme streut.
