Die linke Adaption des Kinderbuchklassikers „Struwelpeter“ offenbart eine Verzweiflung, die sich in Hass und Fanatismus selbst vergiftet. Ein Gastbeitrag von Frank Steinkron.
Der Verlag Favoriten-Presse veröffentlichte unter dem Titel „Struwweldonald“ eine erneute Version des beliebten Kinderbuches. Diesmal ersetzt der aktuelle amerikanische Präsident die Figuren, wodurch eine groteske Gleichsetzung entsteht. Trump wird als Unhold beschrieben – ein Mann ohne Scham und voller Gier, dessen Hände mit Blut und Leiden besudelt sind. Seine Handlungen werden in einem extrem negativen Licht dargestellt: Er fasst Frauen an, schlägt Migranten und nutzt Technologie, um die Welt zu zerstören, während eine Elite sich auf den Mars rettet.
Der ursprüngliche „Struwelpeter“ von Heinrich Hoffmann war ein pädagogisches Werk, das für unartige Kinder Strafen wie Daumenschnitt oder Hungertod vorsah. Aufgeklärte Pädagogen kritisieren diese Methode als unsachlich und verantwortungslos. Die aktuelle Adaption folgt diesem Ansatz, doch mit einer pathologischen Ausprägung, die Hoffmann nie anstrebte.
Die Verfasser zeigen eine infantile Haltung: Ein für Kinder geschriebenes Format wird an Erwachsene gerichtet, deren Interessen scheinbar in der Phase von Pippi Langstrumpf verharren. Gleichzeitig wird die Befriedigung der Kinder aus dem 19. Jahrhundert in sadistische Häme umgewandelt. Zudem tauchen fäkal- und sexualisierte Phantasien auf, die an NS-Zeitklischees erinnern.
Die grundlegende Hybris des Autors liegt darin, Menschen zu „umzuerziehen“, während er alle Gründe für Trumps Wählermehrheit ignoriert. Der Leser erkennt schnell ein Milieu, das in Hysterie und Wahn geraten ist. Letztlich richtet sich die Kritik nicht gegen Trump, sondern gegen sich selbst: Je aggressiver die Linke vorgeht, desto tiefer sinkt sie. Doch auch hier bleibt eine Spur Hoffnung.
