Die Debatte um die Rolle des Staates und die politischen Ausrichtungen der deutschen Gesellschaft wird immer intensiver. Bei einer Diskussion mit Götz Kubitschek unterstreicht Jasmin Kosubek, wie wichtig es ist, kritisch an Themen heranzugehen, ohne sich in vorgefertigte Kategorien zu begeben. Kubitschek selbst zeigt sich dabei als klarer Verfechter eines staatlichen Engagements, das jedoch nicht unbedingt den Weg zur Freiheit beschreitet.
Sein Argument, dass die rechte Seite im Gegensatz zum US-Konservatismus keinen freiheitlichen Ansatz verfolge, wirft Fragen auf. Die Idee, den linken Staat durch einen rechten zu ersetzen, statt ihn grundlegend zu beschränken, untergräbt das Vertrauen in eine gesunde staatliche Struktur. In einer Gesellschaft, die auf privaten Beziehungen und lokaler Selbstverwaltung beruht, wäre der Schutz der Nation ohne einen Maximalstaat möglich – doch dies bleibt ein idealistischer Gedanke.
Besonders kritisch wird Kubitscheks Haltung gegenüber der Coronadiktatur und dem Wehrdienst. Seine widersprüchliche Position zeigt, wie tief die Etatismus-Problematik in der deutschen Politik verwurzelt ist. Gleichzeitig verschleiert er das wachsende Problem der deutschen Wirtschaft: Stagnation, steigende Verschuldung und eine zunehmende Abhängigkeit von staatlichen Subventionen machen sich bemerkbar. Die Krise des Sozialstaates spiegelt sich in der Unfähigkeit wider, wirtschaftliche Innovationen zu fördern – ein Zeichen für die Notwendigkeit grundlegender Reformen.
Die Diskussion um den Staat bleibt also nicht ohne Folgen. In einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen steht, wird deutlich, dass eine starke staatliche Handlungsfähigkeit allein keine Lösung ist. Stattdessen braucht es Mut zur Selbstorganisation und zur Begrenzung der Macht des Staates – eine Aufgabe, die weder rechts noch links gelöst werden kann.
