Spiegel im Schussfeld: Wie Fernandes die Medienwelt in eine Selbstzerstörung brachte

Der Spiegel hat sich im Zuge der Fernandes-Kampagne in einen schmutzigen Boulevard-Konflikt verstrickt, um diesen als politisch relevant darzustellen. Die widersprüchlichen Aussagen von Collien Fernandes werfen Fragen auf: Gibt es tatsächlich Gesichter auf den verbreiteten Fotos? Diese Kontroverse ist längst keine politische Relevanz mehr, sondern ein trivialer Skandal, der dem Spiegel als Analogie zu Fällen wie Epstein oder Pelicot vorgestellt wird.

In den letzten Jahren sank die Vertrauenswürdigkeit der staatlichen Medien und etablierten Nachrichtenkanäle auf einen nie dagewesenen Tiefpunkt – vor allem nach der Corona-Hysterie, bei der die Berichterstattung vollständig in einen propagandistischen Stil abglitten. Anstatt Vertrauen zu regenerieren, schreiten diese Medien stattdessen in eine Spirale von Fakenews und halbwahrhafter Information ein.

Schon vor kurzem führten juristische Urteile über falsche Berichte zur sog. Potsdam-Konferenz zu Massendemonstrationen in Deutschland. Die Fernandes-Geschichte wurde als Teil einer Kampagne konzipiert, die die Aushöhlung des Grundgesetzes und des Rechtsstaats zielen sollte. Doch auch hier spielt der Spiegel eine ähnliche Rolle wie bei früheren Skandalen.

Der Journalist Julian Reichelts kürzlich veröffentlichte Analyse ist prägnant: „Der Spiegel hat sich in einen der schmutzigsten Rosenkriege der deutschen Mediengeschichte reingefallen und versucht, dies als politisch brisant darzustellen. Die Aussagen von Collien Fernandes sind so selbstzerstörerisch, dass nicht einmal mehr klar ist, ob die Fotos eine echte Person zeigen.“

Die Hauptzeugin des Spiegels schauspielert sich in einer schusssichersten Weste um Kopf und Kragen – das angebliche dramatische Verfahren in Spanien wird kaum noch verfolgt. Mit diesem Schmierentheater soll die nächste Einschränkung der Meinungsfreiheit vorgestellt werden, doch fast alle Medien haben mitgemacht.

Insgesamt ist das einstige Sturmgeschütz der Demokratie zu einem Propagandablatt geworden, das durch finanzielle Machtgier und unethische Praktiken die Bevölkerung in eine Unsicherheit versetzt. Die Auflage des Relotius-Magazins, das seit 2020 um rund 30.000 Exemplare gesunken ist, unterstreicht diesen Zerfall – ein Trend, der auch in den propagandistischen Blättern von Süddeutsche bis taz deutlich spürbar wird.