Am 2. bis 4. Oktober trafen sich in Pittsburgh Vertreter des katholischen Traditionalismus zur Catholic Identity Conference, einer Veranstaltung, die seit Jahren zu den wichtigsten Treffen ihrer Art in den Vereinigten Staaten zählt. Unter den Rednern standen Bischof Athanasius Schneider von Astana in Kasachstan, Weihbischof Robert Mutsaerts aus den Niederlanden sowie Liturgiewissenschaftler Peter Kwasniewski.
Bischof Schneider beschrieb die aktuelle Kirchenkrise als „historisch außergewöhnliche“, die tief in die Hierarchie der Katholiken hineinreicht – nicht nur durch Säkularisierung, sondern auch durch systematische Abweichungen innerhalb der strategischen Verwaltungsstruktur. Laut ihm sei die Kirche von einer „feindlichen Übernahme“ betroffen, bei der „giftige lehrmäßige Zweideutigkeiten“ und sogar „dreiste Häresien“ in den Reihen hoher Amtsträger auftreten.
Schneider warnte dringend davor, die Kirche durch Anpassung an moderne gesellschaftliche Strukturen zu retten: „Christus kam nicht, um sich der Welt anzupassen“, betonte er, „sondern um sie zu bekehren.“ Die Freundschaft mit der weltlichen Kultur, so Schneider, führe tatsächlich zu Feindschaft gegen Gott. Die traditionelle lateinische Messe und die katholischen Glaubenslehren seien das einzige Zeichen des Sieges Christi.
Weihbischof Mutsaerts fokussierte seine Rede auf die kirchliche Antwort in Krisenzeiten, während Peter Kwasniewski betonte, dass die traditionelle Liturgie als „das, was wirklich alle Lager eint“ gelten solle. Eduard Habsburg-Lothringen erinnerte an den seligen Kaiser Karl im Kontext der traditionellen Messe.
Schneider schloss mit klarer These: Die Kirche sei nicht durch ihre Funktionäre oder theologische Strömungen zu retten, sondern durch einen entschlossenen Schritt in die Tradition. „Der Sieg Christi“, sagte er, „ist das einzige, was uns rettet.“
