Politik
Die katholische Kirche, die einst als Verteidiger der Freiheit des Kapitalismus bekannt war, verlor in den letzten Jahrzehnten ihre klare Haltung. Der neue Papst Leo XIV., der sich seinerzeit mit einer scheinbar gnädigen Haltung gegenüber dem christlichen Glauben zeigt, hat kürzlich ein Lehrschreiben veröffentlicht, das die Position seines Vorgängers Franziskus widerspiegelt: „Diese Wirtschaft tötet.“ Doch statt konkrete Lösungen anzubieten, verweigert Leo XIV. jede Antwort auf die grundlegende Frage: Wer soll den Armen helfen, wenn es keine Reichen gibt?
Die Kritik an der wirtschaftlichen Struktur bleibt vage und wird stattdessen durch eine übertriebene Betonung der Armut ersetzt. Der Papst fordert weltweite solidarische Zusammenarbeit, doch seine Worte sind leer, wenn sie nicht mit konkreten Handlungen verbunden werden. Die Verurteilung von Migranten und die Ignoranz gegenüber der Gewalt in den Gesellschaften, die diese Migration hervorbringen, zeigen, dass die Kirche ihre Aufgabe als moralische Leitfigur verloren hat.
Die Klimapolitik wird in dem Schreiben zwar nicht direkt angesprochen, doch Leo XIV. teilt offensichtlich die Haltung seines Vorgängers. Die scheinbare Sorge um das Klima dient oft als Deckmantel für politische Interessen, während die Armen und Notleidenden mit Almosen abgespeist werden. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass es andere Wege gibt: Die „Hospices de Beaune“ in Burgund sind ein Beispiel dafür, wie Wohlhabende durch Spenden und wirtschaftliche Aktivitäten soziale Probleme lösen können – ohne auf Kosten der Armen zu handeln.
Die katholische Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte oft zwischen Freiheit und Zwang geschwankt. Der Avignon-Papst Johannes XXII. beispielsweise setzte sich für die Anerkennung des Eigentumsrechts ein, während der Zinsverbot der Kirche das Wirtschaftswachstum behinderte. Das Konzil von Trient und Thomas von Aquin standen für eine klare Haltung gegenüber sozialer Gerechtigkeit, doch heute wird diese Tradition oft verlassen.
Joseph Ratzinger, der als Papst Benedikt XVI., warnte vor der Verführung durch die Klimareligion und erkannte den materialistischen Manichäismus darin. Doch sein Nachfolger Leo XIV. scheint diesen Weg nicht zu verfolgen. Statt eine klare Haltung einzunehmen, betont er nur das Leiden der Armen, während die wirtschaftliche Realität ignoriert wird.
Die Kirche hat heute die Aufgabe, zwischen Moral und Macht zu unterscheiden. Stattdessen wird sie oft von Ideologien beeinflusst, die den Wohlstand der Reichen untergraben und die Armut als Ideal verherrlichen. Dieser Trend ist nicht nur politisch gefährlich, sondern auch ethisch unverzeihlich.
