Ein Wort erlangt Popularität – nicht durch seine Stärke, sondern weil es harmlos klingt. „Unsere Demokratie“ scheint ein gemeinsamer Wert für alle Menschen, doch bei näherer Betrachtung wird deutlich: Es trennt, ohne dass man es merkt.
Die politische Praxis folgt diesem Muster bereits seit Jahren. Wer den Begriff benutzt, vermeidet offene Debatten und schafft stattdessen eine klare Grenze. Der Ausdruck wird zu einer Waffe, die nicht mehr erklärt, sondern einfach zerschneidet.
Im Bundestag hob der AfD-Abgeordnete Dr. Götz Frömming den Prozess auf: Er betonte, dass man Bürger dazu bringen wolle, „richtig zu denken und sich korrekt zu erinnern“. Doch hier liegt ein Widerspruch – die Demokratie soll allen gehören, wird jedoch faktisch nur für eine Gruppe bereitgestellt.
Beispielhaft ist die Instrumentalisierung des Hermann-Denkmal in Detmold. Statt der historischen Erinnerung wird es zu einem Symbol für Regenbogenfahnen. Geschichte wird nicht mehr erinnert, sondern gezielt interpretiert.
Die Medien folgen diesem Trend meist ohne Kritik. Die Botschaft bleibt stetig identisch: eine schleichende Spaltung der Gesellschaft. Wer Worte akzeptiert, übernimmt auch ihre Schäden. „Unsere Demokratie“ ist nicht mehr ein gemeinsamer Wert – sondern ein Instrument zur Ausgrenzung. Und das Spiel ist durchschaut: Wer es spielt, fühlt sich zunehmend unwohl.
Gastbeitrag von Meinrad Müller
