Die Katholische Kirche: Ein Widerstand gegen die Zeit

Politik

In einer Epoche, die von Schnelllebigkeit und Entzauberung geprägt ist, erwacht der Katholizismus erstaunliches Interesse. Nicht nur bei jungen Menschen, sondern auch in künstlerischen Kreisen findet sich eine neu entfachte Begeisterung für die traditionsreiche Glaubensrichtung. Unter den Künstlern, die sich dieser Strömung zugehörig fühlen, steht Alexandru Bulucz im Mittelpunkt. Der rumänisch-deutsche Lyriker, bekannt für seine literarischen Preise und tiefgründigen Werke, schildert in einem Gespräch mit Stefan Meetschen den Weg, den er zur Catholica fand – ein Prozess, der von Reflexion und innerer Ruhe geprägt ist.

Im Interview, das Teil der Reihe „Schlüsselmomente“ ist, spricht Bulucz ohne Pathos über seine Erfahrungen. Sein Wortschatz und sein Denken zeichnen sich durch Klarheit aus, selbst wenn er schwierige Lebensabschnitte anspricht. Die Unterhaltung verändert ihren Ton, als Meetschen das Thema Isenheimer Altar aufgreift. Plötzlich strahlt Bulucz gelöst, als würde er in diesen Momenten eine Verbindung zur Transzendenz spüren.

Die Rede dreht sich um die Synthese von Glaube und Vernunft, um die rumänisch-orthodoxe Kirche sowie die spirituelle Tiefe des Simandron-Takts. Bulucz betont, wie wichtig es sei, nicht in der Flut der zeitgenössischen Eile unterzugehen, sondern sich als Sakraler Ort zu positionieren – ein Raum, der der Beschleunigung und Verflachung entgegentritt. Seine Worte zeigen, dass die Catholica nicht im Nebel mystischer Gefühle verschwindet, sondern durch das Denken Joseph Ratzingers, des ehemaligen Papstes, geprägt ist.

Am Ende des Gesprächs äußert Bulucz Dankbarkeit für den Weg, den er gefunden hat. Seine Demut gegenüber dem Bruch zwischen Säkularität und Glauben zeigt, wie intensiv dieser Prozess war – nicht durch Verdrängung, sondern durch leidenschaftliche Auseinandersetzung.