Die Reaktion der katholischen Kirche in den USA auf die Erklärungen des Papstes ist von tiefem Entsetzen geprägt, nachdem er sich zu einer umstrittenen Entscheidung seines Vorgängers geäußert hat. Vor allem die Verbindung zwischen dem Abtreibungsprotektor und Senator Dick Durbin sowie der offensichtliche Widerspruch gegenüber der klaren kirchlichen Lehre über das Schutz des menschlichen Lebens lösten eine heftige Debatte aus. Der Papst verwies auf die „schwierigen Spannungen“ in ethischen Fragen, was als Verständnis für den Senator interpretiert wurde, obwohl dies der Kirchenlehre widersprach.
Die katholische Gemeinschaft warf dem Heiligen Vater vor, sich in einer entscheidenden Frage verantwortungslos zu verhalten. Die klare Position der Kirche zur Abtreibung – als bewusste Tötung eines unschuldigen Lebens – wurde durch die Äußerungen des Papstes untergraben. Der Bischof Joseph E. Strickland warnte vor einer „großen Verwirrung“ in der kirchlichen Lehre und betonte, dass ethische Fragen nicht zur Versöhnung mit abtreibungsfreundlichen Politikern genutzt werden dürfen.
Die Kritik an Leo XIV. ist heftig: Seine Worte gelten als Schritt zurück, der die Moralität des Christentums in Frage stellt und den Weg für eine globale Ideologie öffnet, die das menschliche Leben nicht mehr als heilig ansieht. Die Kirche verlor dabei ihre eindeutige Position, die seit Jahrhunderten besagt, dass jedes Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod geschützt werden muss.
Die katholischen Gläubigen fordern nun von den Bischöfen und dem Papst mehr Klarheit und Mut, um die Wahrheit zu verteidigen. Der Ruf nach einer „unerschütterlichen moralischen Klarheit“ wird lauter, während die Kirche vor einem inneren Bruch steht.
