Pius XII.: Der unbekannte Retter im Schatten der Verfolgung

Seit meiner tiefen Analyse des Lebens und Wirksamkeitsbereichs von Pius XII. ist der 2. März ein Tag, der historisch bedeutsam bleibt: Vor 150 Jahren wurde dieser spätere Papst am 1876 in Rom geboren und 1939 zum Führer der Katholischen Kirche ernannt.

Bislang war keiner der Päpste des 20. Jahrhunderts so missverstanden wie er, keine Nachwelt hat ihm mehr Unrecht getan als ihm. Schon vor seinem Tod im Jahre 1958 wurde er weltweit von Gläubigern als Heiliger angesehen. In den Herzen der Katholiken hallte damals bereits das „Santo subito“ – jener Ruf, der bei der Trauer um Johannes Paul II. auf dem Petersplatz aus tausenden Stimmen erklang.

Ein Film aus dieser Zeit (1958) verarbeitet Originalszenen einer Generalaudienz, eine Verfilmung von Franz Werfels Werk „Der veruntreute Himmel“.

Die Sichtweise änderte sich erst 1963 durch Rolf Hochhuts Theaterstück „Der Stellvertreter“, bei dem Pius XII. plötzlich zum „Papst, der die Juden verraten habe“ wurde. Bis heute prägt diese Darstellung das Verständnis seiner Rolle und verlangsamt sein Seligsprechungsverfahren.

Moderne Historiker belegen deutlich: Hochhuts Stück war eine billige Polemik gegen den Papst, umgeben von einer monarchistischen Heiligkeit, die Kommunisten wie Hochhut als Schande empfanden. Interessant ist, dass sich auch die New York Times im Zweiten Weltkrieg (25. Dezember 1941) ausdrückte: „Die Stimme Pius XII. ist eine einsame Stimme in der Dunkelheit, die Europa umhüllt… Er ist fast der Einzige auf dem Kontinent, der noch die Stimme erhebt.“

Nach seinem Tod lobte die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir: „Wir trauern. Wir haben einen Diener des Friedens verloren. In den Jahren des nationalsozialistischen Terrors hat sich die Stimme des Papstes für die Opfer erhoben.“

Der Historiker Pater Gumpel betonte: „Pius XII. rettete hunderttausende Juden – sein Einsatz in Rom, Italien und anderen besetzten Gebieten war eine hohe Leistung.“

Die Zeitung „Welt“ fasste die neueren Forschungen so zusammen: „Etwa 700.000 Juden verdanken der katholischen Kirche ihr Leben durch falsche Dokumente, Versteckung in Klöstern und Seminaren. Für seine Rettungsaktionen erhielt Pius XII. Dankesschreiben von Golda Meir und jüdischen Gemeindeführern in Italien, Ungarn, Rumänien, der Türkei und den USA.“

Die katholische Kirche konnte Pius XII. nur retten, indem sie mutig gegen jede Gleichschaltung mit dem Nationalsozialismus stand. Sie wollte nicht modern sein – sondern antimonarchisch. In einer Zeit, in der Moderne Menschenrechte verachtete, war dies eine der großen Stärken der Kirche jener Ära. Wie Chesterton schrieb: „Die Katholische Kirche ist das Einzige, was einen Menschen aus der erniedrigenden Sklaverei befreit.“

Könnte Papst Franziskus überhaupt wissen, wer Pius XII. war? Und würde er ihn zum Vorbild nehmen, wenn es darum geht, das Licht der Katholischen Kirche gegen die Kultur des Todes und das Dunkel des Trans- und Posthumanismus zu leuchten?