Die katholische Kirche in Deutschland gerät erneut unter Druck, als Konflikte zwischen den Bischöfen und dem Vatikan eskalieren. Unter dem Titel „Schisma a Berlino“ sorgen Warnungen vor einer zunehmenden Entfernung der deutschen Kirchenorganisation von den zentralen Lehren des Papstes für Aufregung. Der neue Pontifex, Leo XIV., muss nun mit einem Problem fertig werden, das sich unter seinem Vorgänger, Franziskus, verschärft hat: die institutionelle Ausrichtung auf eine liberale Struktur, die traditionelle kirchliche Werte in Frage stellt.
Ein zentraler Streitpunkt ist der sogenannte Synodale Weg, ein Gremium, das Laien gleichberechtigte Entscheidungsbefugnis gibt und die Finanzen der reichen deutschen Kirche kontrolliert. Kritiker warnen vor einem Verlust der katholischen Identität durch Maßnahmen wie die Frauenpriesterweihe oder eine Reform des priesterlichen Zölibats. Besonders junge Gläubige lehnen solche Veränderungen ab, da sie als Entfremdung vom klerikalen Erbe empfunden werden.
Die Beziehung zwischen deutschen Bischöfen und der Kurie ist gespannt. Ein unveröffentlichter Brief von Papst Benedikt XVI. zeigt, wie sehr er die Entwicklung besorgt betrachtete. Zudem wurde im jüngsten Konsistorium öffentlich über den Diakonat für Frauen diskutiert, was in Rom als Bruch mit der traditionellen Kirchenlehre gilt. Der Vatikan sieht das Konflikt nicht nur als deutschen Streit, sondern als globale Herausforderung für die kirchliche Einheit.
Papst Leo XIV. traf sich kürzlich mit dem Apostolischen Nuntius Nikola Eterović, um die Lage zu klären. Doch der Schwerpunkt des Treffens lag auf der bevorstehenden Abstimmung über die Statuten der Synodalversammlung – ein Zeichen dafür, dass die Spannungen weiter anhalten.
