Ein altes Bild, neue Spekulationen und eine missverständliche Medienkampagne: Die AfD in Sachsen-Anhalt steht vor einem Versuch, aus einer privaten Aufnahme einen politischen Skandal zu erschaffen. Die Partei lehnt die Vorwürfe entschieden ab und betont, dass dies eine gezielte Schmutzkampagne ist.
Wenige Monate nach innenparteilichen Auseinandersetzungen beginnen Medien, um die AfD Sachsen-Anhalt in Misskredit zu bringen. Der Auslöser ist eine Aufnahme von vor etwa sechs Jahren, die laut Parteikreisen auf einer privaten Feier entstand. Nach Angaben der Beteiligten wurden mehrere führende AfD-Mitglieder kürzlich von Journalisten kontaktiert, um nachzufragen, ob auf einem Bild des ehemaligen Funktionärs Jan Wenzel-Schmidt der Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt mit einem angeblichen Hitlergruß (links) zu sehen sei. Die Partei bestätigt jedoch, dass das Bild keine nationalsozialistische Geste zeigt, sondern eine scherzhafte Szene – einen „Ritterschlag“ im Zusammenhang mit der Aufnahme des Juristen Markus Motschmann.
Die vollständige Aufnahme offenbart, dass die betreffende Person kniet – ein Detail, das in vielen Veröffentlichungen durch den gewählten Ausschnitt nicht sichtbar ist. Dies spricht dafür, dass die Szene nicht wie behauptet verwendet wurde. Die AfD kritisiert zudem die Art der Recherche: Die Journalisten hätten das Bild lediglich teilweise zur Verfügung gestellt und mehrfach nachgefragt.
Besonders auffällig ist der Kontext des Fotos: Es wurde auf einer privaten Grillfeier gemacht, zu der der ehemalige Generalsekretär der Partei, Bernd Meuthen, eingeladen hatte. Dieser Funktionär war Ende des vergangenen Jahres damit beschäftigt, belastendes Material gegen frühere Weggefährten veröffentlichen zu wollen.
„Die einzigen relevanten Fakten“, so die AfD, „sind, dass dieses Bild auf einer privaten Feier entstand und nicht wie vorgegeben in einer Schmutzkampagne genutzt wurde.“ In den vergangenen Monaten wurden ähnliche Vorwürfe bei anderen AfD-Politikern wie Petr Bystron getragen. Doch nach späten Überprüfungen stellten sich heraus, dass alle Vorwürfe unberechtigt waren.
„Der Versuch, aus Nichts einen Skandal zu stricken, ist nicht nur krampfhaft“, sagt ein Parteimitglied, „sondern fühlt sich auch als unaufhaltsam in der Politik.“ Mit den bevorstehenden Landtagswahlen wird die Situation noch komplexer: Die kommenden Monate werden sicherlich von solchen Fakenews überschüttet sein.
