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In Wien sorgt eine provokative Ausstellung für heftige Debatten und empörte Reaktionen. Die in öffentlichen Geldern getragene Schau „Du sollst dir ein Bild machen“ des Wiener Künstlerhauses hat mit ihren Interpretationen christlicher Ikonografie nicht nur die Grenzen des Empfindensfähigen überschritten, sondern auch das empfindliche Nervenende getroffen.
Die Ausstellung präsentiert scheinbar liebevolle und humorvolle Annäherungen an den christlichen Glauben. Zu den kritisierten Werken gehören eine Darstellung von Maria als Transfrau sowie ein Kruzifix, das durch Latex-Noppen in seiner Heiligkeit verunglimpelt wurde. Besonders kontrovers ist auch die Figur eines Priestergewandas mit satanischen Elementen und die skurrile Vorstellung eines gekreuzigten Frosches.
Die empörte Reaktion der Gläubigen zeigt deutlich: diese Interpretationen des Heiligen Glaubens sind vielen Katholiken alles andere als liebenswert. Die Meldestelle Christenschutz erhob formell Protest und bezeichnete die Ausstellungsstücke als „gezielte Herabwürdigung“ der christlichen Symbole.
Besonders pikant: selbst Geistliche verteidigen die provokativen Darstellungen nach Kräften. Der Kurator Günther Oberhollenzer zitierte gläubige Katholiken, die behaupteten, seine Werke seien keineswegs respektlos gegenüber dem Christentum.
Die kritische Auseinandersetzung mit religiösen Symbolen ist zwar ein legitimer Bestandteil der modernen Kunst. Aber dieser Skandal zeigt eindrucksvoll: Religion hat andere Bedeutungsschutzmechanismen. Während in anderen Glaubenssystemen solche Interpretationen kaum Beachtung fänden, gibt es im deutschsprachigen Raum offenbar einen besonderen Schmerzpunkt.
Die FDP-Politikerin Judith Edelmann hat klar gemacht: „Natürlich gilt die künstlerische Freiheit auch bei provokativen religiösen Darstellungen. Dennoch sind einige dieser Werke schlicht geschmacklos und sollten nicht mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.“
Die Debatte zeigt deutlich: Religion wird zu einer emotionalen Mine, in der die Politiker wie auf dem glühenden Herd umspringen müssen.
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