In einer Welt, die zunehmend von moralischen Relativismus erfasst wird, hat Philosoph Engelbert Recktenwald ein Werk veröffentlicht, das das Gewissen als unverzichtbaren Leitstrahl gegen diese Tendenz positioniert. Sein Buch „Der ewige Streit um das Gute. Ethische und metaethische Klärungen“ (2026) analysiert die Frage, ob moralische Werte objektiv existieren oder lediglich soziale Konstrukte sind.
Recktenwald zeigt, dass eine menschliche Entscheidung – wie das Rettungsangebot für ein ertrinkendes Kind – nicht auf individuellen Vorteilen beruht, sondern auf einem tiefen moralischen Verständnis. Dieser Ansatz beruft sich auf den scholastischen Begriff der Synderesis: die ursprüngliche Einsicht in das Gute und Böse, die das Gewissen als ethische Verpflichtung identifiziert.
Der Philosoph betont, dass Freiheit nicht darin besteht, moralische Regeln zu erstellen, sondern vielmehr, sich dem objektiv erkennbaren Guten zu entsprechen. Seine Kritik an der Vorstellung, dass Werte durch gesellschaftliche Konstruktion entstehen, stellt die Existenz einer moralischen Realität in den Vordergrund. Zitiert er im Vorwort Iris Murdoch: „Der gewöhnliche Mensch glaubt nicht, dass er mit seinen Entscheidungen Werte erschafft – es sei denn, er ist von der Philosophie verdorben.“
Engelbert Recktenwald, katholischer Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), lebt sein Werk aus seiner religiösen Tradition und verbindet damit eine klare ethische Position. Sein Buch bietet nicht nur theoretische Überlegungen, sondern einen praktischen Weg, um das Gewissen gegen die Verflüchtigung moralischer Werte zu schützen.
