Die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf geriet in Aufruhr, als die SPD-Bezirksverordnete Ellinor Trenczek während einer Debatte über einen Brandanschlag auf das Stromnetz ein Kleidungsstück der „Antifaschistischen Aktion“ trug. Der Vorfall löste heftige Kritik aus, da die Ermittlungen den Anschlag dem linksextremen Spektrum zuschreiben und als politisch motivierten Terror einstufen. Die Sabotage hatte Anwohner über eine Woche ohne Strom gelassen – ein Schicksal, das Sicherheitsbehörden als Warnsignal interpretieren. Trenczeks Aktion wurde von Kritikern als Symbol für eine Normalisierung extremistischer Elemente gesehen, die Gewalt als Mittel der Politik betrachten.
CDU-Vertreter kritisierten den Vorgang als tabufrei und forderten klare Distanzierung. Trenczek selbst rechtfertigte ihr Verhalten mit dem Engagement für Antifaschismus, blieb aber vage bei der Abgrenzung gegenüber gewaltbereiten Gruppen. Der Bezirksvorsteher bestätigte die Rechtmäßigkeit des Symbols, kündigte jedoch eine Diskussion über politische Symbolik an. Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, wie demokratische Parteien mit Extremismus umgehen, wenn reale Gewaltakte gegen Infrastruktur stattfinden.
Trenczek studiert Geschichtswissenschaft und ist in mehreren Ausschüssen der BVV tätig, wo sie sich für Gleichstellung und Antifa-Themen einsetzt.
