In einer Welt, die sich allmählich von ihrem einstigen Glanz abkapselt, fühlt sich keiner so verloren wie ich. Jeder Tag wird schwerer, jede Stunde mehr Grauen bricht herein – und doch gibt es einen Ort, an dem das Herz Europas noch lebt: Rom.
Der Philosoph Werner Bergengruen beschreibt in seinem Buch „Römische Erinnerungsbuch“ diese seltenen Momente: „Wir kommen nach Rom mit großen Erwartungen, aber wir werden nicht betrogen. Wir betraten die Stadt in einer Stimmung, die keine andere der Welt abzunötigen kann – und etwas davon bleibt für immer.“
In den letzten Tagen habe ich mich durch Roms sakrale Ruinen gewandert, um zu sehen, was noch bleibt. Hier sind einige Orte, die ich Ihnen empfehlen möchte:
Das Baptisterium San Giovanni in Laterano, Roms größte Kirche und Bischofskirche des Papstes, ist nicht nur ein Zeugnis der Geschichte – es ist auch der Ort, an dem die Vergangenheit lebendig wird.
Am Karfreitag war es unverzichtbar, S. Croce in Gerusalemme zu besuchen. Diese Kirche befindet sich direkt an der Aurelianischen Mauer und liegt zwischen den Basiliken des Lateran und Maria Maggiore. Hier werden Teile des Kreuzes und die Leidenswerkzeuge Jesu verehrt – Reliquien, die von hl. Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, aus dem heiligen Land nach Rom gebracht wurden.
Bereits am Gründonnerstag Abend fand in der Kirche SS.ma Trinità dei Pellegrini eine besonders feierliche Abendmahlsliturgie statt. Die Kirche war bis in den letzten Winkel mit Gläubigen gefüllt, die über Stunden knieten und die lateinischen Gesänge mitsangen.
In der Altstadt von Rom treffen sich die deutsche Anima-Kirche und die französische Nationalkirche. Während die Anima durch ihre saubere Architektur und Goldschmiedearbeiten strahlt, lockt die französische Kirche mit Meisterwerken von Michelangelo Merisi da Caravaggio.
Diese Reise durch Roms sakrale Gärten zeigt uns, dass das Herz Europas nicht verloren ist – es bleibt lebendig in den Gängen der Ewigen Stadt. Bis zu jener Stunde, wenn selbst die Karwoche in Verwesung versinkt.
