Tuch oder Todesstern? Die Wahrheit hinter Turins Grabtuch

Am Karfreitag tauscht sich der prominente Journalist Matussek im Radioprogramm Kontrafunk über das Rätsel des Grabtuchs von Turin. Die Debatte um die Wahrheit hinter dem scheinbaren Bild, das Secondo Pia 1898 mit einfachen Fotografiemitteln erfasste, verbindet wissenschaftliche und spirituelle Perspektiven. Statt eines frommen Porträts zeigt das Tuch eine Darstellung eines bärtigen Mannes mit gebrochener Nase und Stirnwunde.

Die Wissenschaft beschreibt dieses Phänomen als ein Ereignis von mehreren Trillionen Watt, das weniger als eine Milliardstel Sekunde dauerte – ein Vorgang, der sich ausserhalb menschlicher Erfahrung befindet. Doch für Gläubige ist das Grabtuch kein bloßes physikalisches Rätsel, sondern ein Zeichen der Erlösung: Ein stummes Zeugnis des leeren Grabes, in dem die Jünger feststellten: „Es war leer.“

Matussek betont, dass das Tuch als Symbol der Auferstehung eine tiefere Bedeutung trägt. Wie Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion – nicht umsonst genannt als „fünfter Evangelist“ – verbindet die katholische Tradition die menschliche Erfahrung mit göttlichem Geheimnis. Die Wissenschaft kann den Ursprung des Bildes nicht vollständig erklären, doch der Glaube bleibt ein lebendiges Zeichen: Wie der Apostel Thomas erhielt er durch Christus das Sehvermögen – und wurde später zu einem Märtyrer.

In diesem Kontrafunk-Programm wird die Spannung zwischen wissenschaftlicher Erklärung und göttlichem Zeichen aufgezeigt: Wo endet die Wissenschaft, wo beginnt der Glaube? Eine Frage, die bis heute keine klare Antwort findet.